| Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation
1/2001. Thomas Berker (2001). Bin ich jetzt
drin? Neue Versuche, über das 'junge' Medium Internet zu schreiben. S.94-99.
"Nicola Döring ist drin.
Prominente Vertreterin einer Herangehensweise, die von "innen heraus"
über das Internet spricht, ist Nicola Döring. Sie ist in den hier versammelten Bänden
mit drei Beiträgen vertreten. Wenn sie mit Alexander Schestag "Soziale Normen in
virtuellen Gruppen" (vgl. Döring/Schestag 2000) untersucht, dann handelt es
zunächst um eine Beschreibung des Verhaltens in Chat-Kanälen. Dabei weisen die
AutorInnen explizit darauf hin, dass sie als Insider sprechen, dass sie "selbst seit
rund viereinhalb Jahren unter anderem im IRCnet chatten" (ebd., 330). Ein
Teil des verwendeten Instrumentariums besteht im Einklang mit der Bestimmung der
Sprecherposition von "innen" in teilnehmender Beobachtung. Die Entscheidung,
Normen und Regeln der Chat-Communities zu erforschen, legt zudem dieses Instrument nahe.
Gerade in dieser Form des Medienhandelns sind es die Regeln und Sanktionen, die
Außenseitern fremd vorkommen müssen und daher einer eingehenden Erklärung bedürfen. So
wenden sich die AutorInnen gegen die Anomiethese, dass unter den Bedingungen der
Virtualität jede Form der Verbindlichkeit verloren gehe. Aber sie stellen sich auch
skeptisch gegen die Hoffnung, in Computernetzwerken würden besonders humane Werte, wie
Pluralität und Egalität gefördert. Beiden Positionen stellen sie entgegen: "Wer
sich längere Zeit in Computernetzwerken bewegt, steht katastrophierenden Bemerkungen
über die Beschaffenheit virtueller Sozialität ebenso gelassen gegenüber wie
glorifizierenden [...]" (ebd., 314). Damit verwahren sie sich gegen
Zuschreibungen "von außen", in denen das Fremde als Bedrohliches oder aber auch
als exotisch Verlockendes wahrgenommen wird.
Analog geht Nicola Döring in ihrem Beitrag zu "Geschlechterkonstruktion und
Netzkommunikation" (Döring 2000a) vor. Die Gegenüberstellung, in deren Mitte sie
sich hier verortet, besteht wiederum in der Konstruktion der Computernetze als egalitärem
Raum, auf der anderen Seite steht nun aber das Phantasma von einem Männermedium, in dem
Pornographie und Männerrituale vorherrschen (vgl. ebd., 182). Und am Ende ihres Artikels
über "Romantische Beziehungen im Netz" (Döring 2000b) schließlich resümiert
sie, dass der "pauschale Vorwurf, es würde sich nur um unverbindliche oder gar
eskapistische Schein-Beziehungen handeln [...]" (ebd., 68) widerlegt sei. Auch
hier stärkt sie die Innensicht der NetzbewohnerInnen gegen pauschale Angriffe, setzt den
differenzierten Blick aus der "Nähe" gegen Pauschalisierungen aus der
"Ferne".
Forum
Qualitative Sozialforschung FQS 3 (4)/2002. Gerald Kral (2001).
Rezension zu: Klaus Boehnke & Nicola Döring (Hrsg.) (2001). Neue Medien im Alltag:
Die Vielfalt individueller Nutzungsweisen. Lengerich: Pabst. http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/4-02/4-02review-kral-d.htm.
Ziel des Buches ist es, Beispiele für Anwendungen neuer
Medien im Alltagsleben aufzuzeigen und wissenschaftlich zu erforschen. Es geschieht dies
anhand der wichtigen Anwendungskontexte Information, Unterhaltung, Lernen, Arbeit und
Sozialkontakte. Durch diesen recht weiten Bogen finden sich Themenbereiche, die den
Lesenden teils mehr, teils weniger vertraut sein dürften, aber durch den von den
Herausgebern angestrebten eher allgemeinverständlichen Stil bereiten
auch die weniger vertrauten Bereiche keine Probleme.
Die Dynamik des Untersuchungsgegenstandes bringt es mit sich, dass in einem Band weder die
erwähnten Bereiche erschöpfend abgehandelt werden können, noch kann erwartet werden,
dass alle Bereiche, in denen neue Medien eine Rolle spielen, abgedeckt werden können. Verdienst
und Stärke des Buches ist es, wichtige Bereiche in der Breite darzustellen; in
die Tiefe zu gehen, ist gar nicht die Absicht. Die einheitliche Gliederung der einzelnen
Beiträge trägt viel zur Lesbarkeit und Verständlichkeit bei. Teilweise gehen die
Autor(inn)en auf die vor allem in der Öffentlichkeit häufig diskutierte Frage der
Bewertung neuer Medien ein und können durch die berichteten Forschungsergebnisse
zu einer Versachlichung dieser oft emotional und irrational geführten Diskussion
beitragen. Insgesamt ist der Band ist ein gelungener Überblick über dieses
wichtige Thema.
Websprache.net. Rezension zu David
Crystal (2001): Language and the Internet von Peter Schlobinski (2001).
"... and the extensive monograph by Döring 1999,
which goes over and above the work by Sherry Turkle." (p.2)
Querelles-Net.
Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung, Nr. 4/Juni 2001, Katja
Mruck (2001)
"Nicola Döring verbindet mit ihrer bei Hogrefe
veröffentlichten Dissertation das anspruchsvolle Ziel, "das Internet aus
sozialpsychologischer Perspektive zu konturieren", d. h. Prozesse der
Identitätskonstruktion, der interpersonalen
Kommunikation und der sozialen Gruppenbildung im Internet so vorzustellen und zu
diskutieren, dass die in vielen Studien zum Netz vorfindbare "Vagheit durch
differenzierte Beschreibung, theoretische Analyse und empirische Befunde" (S. 13)
ersetzt werden kann. Ich möchte vorausschicken, dass sie dieses selbst gesetzte
Ziel erfüllt und dass dieses wichtige Buch m. E. mit Recht einer der wenigen
deutschsprachigen "Klassiker" zur Sozialpsychologie des Internet werden
kann."
Zeitschrift für
Experimentelle Psychologie, 48, 1, 74-75, Jochen Musch (2001)
"Die 'Sozialpsychologie des Internet' bietet nicht
nur einen informativen und umfassenden Überblick, sondern eignet sich aufgrund seiner
zahlreichen Quellenangaben auch gut als Nachschlagewerk. Es bietet einen gut lesbaren und
in seiner Darstellung ausgewogenen Einstieg in ein aktuelles und rasch wachsendes
Forschungsgebiet. Seinen hohen Aufklärungswert bezieht das Buch aus der Konfrontation
populärer Vorstellungen über die Netzwelt mit empirischen Forschungsergebnissen, die
häufig eine Relativierung gängiger Vorurteile erforderlich machen. Das mit 516 Seiten
auch äußerlich gewichtige Buch ist im Hogrefe-Verlag in der neu aufgelegten Reihe
"Internet und Psychologie" erschienen und bietet einen angemessenen Gegenwert
für seinen Preis von 69,00 DM."
Scan: Seite 74 - Seite 75
Zeitschrift
für Sozialpsychologie, 31/3, Kai Sassenberg & Kai Jonas (2000)
"Die durch den Titel des Buches geweckte Erwartung
ist hoch: Dieser wird von den Lesern als Hinweis auf ein umfassendes Überblickswerk zum
entsprechenden Fachgebiet gewertet. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Buch wird diesen
Ansprüchen nur teilweise gerecht."
Report
Psychologie 25, 7/2000, 456-457, Thomas Krüger (2000)
"Nicola Döring stellt immer wieder Vor- aber auch
Nachteile des Internets dar. Damit unterscheidet ihr Buch sich angenehm von einem
Großteil von Publikationen, die im Aufkommen des Netzes entweder den Untergang der
abendländischen Kultur oder eben das nahende Paradies sehen. Zudem verknüpft sie ihre
Überlegungen immer mit theoretischen Modellen und Theorien aus der Psychologie. Auch dies
ist eher eine Ausnahmeerscheinung." Artikel Scan (je 1.3 MB): Teil 1 - Teil 2
Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie,
29 (1), 61, Ralf Ott (2000)
"Das Buch besticht, trotz einiger vermeidbarer
Längen, durch anschauliche Beispiele und die Anwendung und Diskussion
sozialpsychologischer Modelle. Hervorzuheben ist vor allem die Präzision, mit der es
Döring gelingt, eine theoriegeleitete Auseinandersetzung mit dem neuen
Kommunikationsmedium Internet mit einer Systematisierung schon vorliegender empirischer
Befunde zu integrieren."
P@dpsych,
e-zine on educational and instructional psychology, 4. Jahrgang, Werner Stangl (1999)
"Hervorzuheben sind neben der Zusammenfassung und
Analyse bisheriger Forschungen zum Internet auch die in diesem Werk eröffneten
Zukunftsperspektiven zu diesem Forschungsfeld. Unter diesem Gesichtspunkt wird mit dem
vorliegenden Buch ein Standardwerk vorgelegt, das für den deutschsprachigen Raum
richtungsweisend sein wird. Es ist aufgrund des sorgfältigen Glossars auch als
Nachschlagwerk zu nutzen."
What my readers
read ;-)
[Homepage Nicola Döring]
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