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Soziale Normen in virtuellen Gruppen. Döring, Nicola & Schestag, Alexander In: Udo Thiedeke (Hrsg.) (2000). Virtuelle Gruppen. Charakterstika und Abstract Welche
Rolle spielen soziale Normen, wenn Menschen sich computervermittelt zu Gruppen
zusammenschließen? Führen
physische Distanz und Anonymität zu weitgehenden Norm-Verlusten bei der
Netzkommunikation? Oder fördert die Netzkultur nicht gerade die Orientierung an
hochgeschätzten sozialen Normen wie Egalität, Hilfsbereitschaft und Offenheit? Der
Beitrag erläutert, warum
Fragen der sozialen Normierung im Netz nicht pauschal, sondern nur auf der Ebene der
virtuellen Gruppen zu beantworten sind. Analysiert wurden n=12 deutschsprachige
Chat-Channels im IRCnet, die jeweils einer virtuellen Gruppe als Territorium dienen.
Entgegen der Anomie-These zeigten die untersuchten Gruppen erhebliches Engagement bei der
Formulierung und Durchsetzung von Verhaltensregeln. Personen sind als Gäste auf
Chat-Channels und erst recht als Mitglieder der dort ansässigen virtuellen Gruppen in vielfältiger Weise sozial
und technisch sanktionierbar. Entgegen der Gemeinschafts-These läuft soziale Normierung
im Netz jedoch keinesfalls automatisch auf ein besonders harmonisches und freundliches
Zusammensein hinaus. Virtuelle Gruppen sind hierarchisch strukturiert und Personen, die
Netzämter innehaben (z.B. Channel-Operators oder Bot-Masters), nutzen ihre Macht nicht
nur, um Verletzungen der Gruppennormen zu unterbinden, sondern zuweilen auch, um ihre
eigene Agenda durchzusetzen.
Inhalt 0 Einleitung
1 Chat-Channels als Territorien
virtueller Gruppen
1.1
Virtuelle Gruppen
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